Redebeitrag auf der Mahnwache gegen Obdachlosigkeit und Zwangsräumung

Spätestens seit Anfang der 2000er Jahre, als der rot-rote Senat in Folge des von der CDU und FDP verursachten Berliner Bankenskandals große Bestände der landeseigenen Wohnungen an private sogenannte Investoren verkauft hat, greift eine stetig aggressiver werdende Gentrifizierung in unser aller Leben ein. Das ist für uns immer wieder unfassbar und schockierend.

Heimstaden ist einer von diesen großen privaten Konzernen, die massenhaft Wohnungen in Berlin gekauft haben und die Gentrifizierung gezielt vorantreiben. Sie sind eher schlechte Banker als Vermieter. Denn das Zentrum ihres Geschäftsgebaren ist der Profit und die Rendite. Die wirklichen Kunden von Heimstaden sind ihre Aktionäre und Anleger:innen. Wir Mieter:innen sind für Heimstaden nur Mittel zum Zweck um das große Geld zu machen.

Immer wieder skandalisieren wir die Machenschaften und Gesetzesverstöße von Heimstaden.

Ob es die unrechtmäßigen Mieterhöhungen oder fehlerhaften Nebenkostenabrechnungen sind. Oder die massenhafte Umgehung der Mietpreisbremse und verschleppte Instandhaltung und Instandsetzung. Oder der von Heimstaden auf uns ausgeübte Digitalzwang und die verweigerte Kommunikation mit uns Mieter:innen. Egal wo wir hinschauen, Heimstaden ist ein Problem für uns Mieter:innen, für unsere Stadt und für unsere Gesellschaft.

Wir sehen das starke Anwachsen der Obdachlosigkeit in allen Stadtteilen. Wir sehen die Angst von Mieter:innen, ihre Wohnung zu verlieren. Wir sehen die Panik der älteren Generation, festsitzend mit niedrigen Renten in nicht altersgerechten Wohnungen. Und wir sehen die Verzweiflung der Jugend, die keine bezahlbare Wohnung findet, aber doch so gerne den Start in das eigene vom Elternhaus unabhängige Leben wagen will.

Dem gegenüber steht ein Konzern wie Heimstaden. Der kalt und brutal nur nach dem Geld schielt. Dessen Angestellte ihre von uns bezahlte Arbeitszeit damit verbringen, uns das Leben schwer und unseren Geldbeutel leicht zu machen. Dessen Haupteigentümer Ivar Tollefsen durch die Welt jettet und sich seine Extremsport-Manie und Luxusresidenzen von uns bezahlen lässt. Ein Konzern, der in Schweden Betriebsrenten-Rücklagen als Anlagen angeworben und beim Real-Monopoly verzockt hat.

Warum das alles? Jeder sieht doch, dass das falsch ist! Berlin hat doch nicht zuletzt gerade deshalb ganz klar zum Ausdruck gebracht, dass Konzerne wie Heimstaden enteignet und vergesellschaftet werden sollen. Doch alle Parteien ab der SPD und weiter rechts davon wollen das nicht. Aus Angst weniger Parteispenden zu kassieren? Aus Angst mal etwas zu wagen? Aus Angst vor mehr Gerechtigkeit? Oder einfach aus dem Interesse an den eigenen Privilegien und dem eigenen Klassendünkel heraus?

Diesen Herbst sollen wir in Berlin wieder ein neues Abgeordnetenhaus wählen. Die Frage um das Menschenrecht auf Wohnen brennt in unserer Stadt in über 80 Prozent der Haushalte. Und jede:r kennt jemanden, der oder die verzweifelt an der neuen Mieterhöhung oder an der ewigen Suche nach einer bezahlbaren Wohnung oder dem ewig wiederkehrenden Wasserrohrbruch und der dauer-tiefgefrorenen Heizung.

Das, was wir in unserer Freizeit an unbezahlter Arbeit bei StopHeimstaden machen, rettet so manche Situation vor dem Kollaps und verhindert den einen oder anderen Wohnungsverlust. Und nicht zuletzt erhält sich durch den Zusammenschluss von uns tausenden Mieter:innen die Idee von einer gerechteren Welt aufrecht.

Gegen Gentrifizierung! Gegen Wohnungsverlust! Gegen Obdachlosigkeit! 

Für das Menschenrecht auf Wohnen in einer solidarischen Stadt für alle!

[06.02.2026] Offener Brief von StopHeimstaden an Heimstaden

An die Geschäftsleitung von Heimstaden Deutschland: Jordan Milewicz, Jacub Mika, Michael Lippitsch
An die Konzernleitung von Heimstaden: Ivar Tollefsen, John Giverholt, Fredrik Reinfeldt, Bente A. Landsnes

Gefährden Sie nicht länger unsere Gesundheit – beräumen Sie endlich die Wege von Schnee und Eis!

Wir sind empört über die massenhafte Gefährdung der Gesundheit von uns Mieter:innen und die aller anderen Menschen, die auf ihren täglichen Wegen Heimstaden-Häuser in Berlin passieren müssen. 

Seit Wochen liegt in Berlin Schnee. Seit Wochen wird in der Presse vor Glatteis gewarnt. Seit Wochen räumt Heimstaden weder den Schnee noch das Eis. Höchstens ein Mal pro Woche fegt der Treppenputzdienst einen schmalen Weg im Hof frei und streut eine homöopathische Dosis Streusplitt. An allen anderen Tagen passiert nichts.

Wir wissen von Menschen, die vor Heimstaden-Häusern ausgerutscht sind und sich verletzt haben. Wir wissen von Nachbar:innen, die sich wegen der ungeräumten Wege vor Heimstaden-Häusern nicht mehr aus dem Haus trauen. Und wir wissen von Mieter:innen, die aus Empathie mit mobilitätseingeschränkten Mitmenschen selbst Besen und Schippe in die Hand nehmen und die Wege freiräumen.

Wir zahlen mit der Miete und den Nebenkostenabschlägen monatlich dafür, dass Schnee und Glatteis geräumt werden. Heimstaden lässt sich von uns dafür bezahlen und ist somit auch vollumfänglich dafür verantwortlich. Außerdem ist Heimstaden als Grundstückseigentümerin laut § 823 Absatz 1 BGB und § 3 StrReinG gesetzlich verpflichtet, in den Höfen und auf den Gehwegen vor den Häusern Schnee zu räumen und bei Glätte zu streuen. Warum kommen Sie Ihrer Pflicht nicht nach?!

Wir fordern Heimstaden auf, uns Mieter:innen einen Mietnachlass zu gewähren, weil der Konzern zwar kassiert aber nicht liefert. Und wir fordern, dass Heimstaden zusätzlich uns Mieter:innen pro Haus ein Schnee- und Eisräum-Set zur Verfügung stellt, damit wir wenigstens selbst für unsere Sicherheit und die unserer Mitmenschen sorgen können!

Eisige Grüße,
StopHeimstaden Berlin

[18.01.2026] Pressemitteilung: Methode Heimstaden – Greenwashing statt Instandhaltung

Mieter:innen müssen Jahr für Jahr im Winter wochenlang frieren, weil Heimstaden die Instandhaltung und Instandsetzung der Häuser vernachlässigt. Dadurch entstehen Gesundheitsrisiken und Angriffe auf den Mieter:innenschutz auf der einen Seite und Energieverschwendung statt Klimaschutz auf der anderen Seite.

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Stellungnahme zum Urteil in der 1. Instanz am AG Wedding bzgl. Heimstadens Räumungsklage gegen Mieterin mit befristetem Mietvertrag

Heimstaden hat in Berlin viele befristete Mietverträge von Akelius übernommen, als Heimstaden 2021 den gesamten Akelius-Bestand in der Stadt aufgekauft hat. Die Befristungen sind begründet mit angeblich geplanten Modernisierungsarbeiten. Gegen eine Mieterin genau so eines Vertrages hat Heimstaden Räumungsklage eingereicht und diese leider in erster Instanz durchsetzen können.

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[11.11.2025] Pressemitteilung: Stellungnahme von StopHeimstaden zu den Veröffentlichungen auf rbb24 und in der taz über die systematische Umgehung der Mietpreisbremse durch Heimstaden

Wir danken den Rechercheteams von rbb24 und taz für ihre intensiven Recherchen und Veröffentlichungen der brisanten Ergebnisse. Und wir danken den Mieter:innen und Anwält:innen, die ihre Erfahrungen der Presse zur Verfügung gestellt und somit die Offenlegung des Skandal ermöglicht haben. Diese wertvollen Informationen helfen anderen (auch zukünftigen) Heimstaden-Mieter:innen, ihr Recht auf Absenkung der Miete inkl. Rückzahlung wahrzunehmen.

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[31.10.2025] Pressemitteilung: Aufruf zur solidarischen Prozessbegleitung gegen eine Räumungsklage durch Heimstaden

Wir rufen zur solidarischen Prozessbegleitung für eine Mieterin auf, die sich gegen eine Räumungsklage von Heimstaden wehrt. Hintergrund der Räumungsklage ist wieder einer der vielen befristeten Mietverträge. Akelius hatte sie damals zur Umgehung des Mietendeckels abgeschlossen und Heimstaden hat sie beim Kauf von Akelius übernommen. Heimstaden hat inzwischen zwei Räumungsklagen vor dem Amtsgericht Neukölln verloren und versucht es trotzdem weiter.
https://www.berliner-mieterverein.de/presse/pressearchiv/raeumungsklage-gegen-neukoellner-heimstaden-wg-abgewiesen.htm

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